Kornaten & Telašćica 2026-05-08 9 Min. Lesezeit

Kornaten & Telašćica 2026: Tickets, Bojenfelder und praktische Törnplanung

Tickets, Bojenfelder, Posidonia-Regeln und Etappenplanung: Was Crews vor einem Törn durch Kornaten und Telašćica 2026 wissen sollten.

Luftaufnahme von Telašćica und den Kornaten

Es gibt Reviere, die man wegen der Infrastruktur besucht. Und es gibt Reviere, die man nie wieder vergisst. Die Kornaten gehören eindeutig zur zweiten Kategorie.

Wer zum ersten Mal zwischen den kargen Inseln, engen Passagen und tief eingeschnittenen Buchten unterwegs ist, versteht schnell, warum viele Segler Jahr für Jahr zurückkehren. Gleichzeitig hat sich das Revier in den letzten Jahren stark verändert: Ticketsysteme wurden angepasst, Posidonia-Regeln verschärft und viele beliebte Buchten stärker reguliert. Spontan “irgendwo ankern” funktioniert heute nur noch selten stressfrei.

Gerade deshalb lohnt sich eine gute Vorbereitung. Wer Tagesetappen, Tickets und Übernachtungsbuchten sinnvoll plant, erlebt die Kornaten und Telašćica heute entspannter denn je.

Zwei Parks, zwei Tickets und viele Missverständnisse

Viele Crews sprechen einfach von “den Kornaten”, tatsächlich sind aber zwei unterschiedliche Schutzgebiete gemeint: der Nationalpark Kornaten und der Naturpark Telašćica auf Dugi Otok.

Beide Parks haben eigene Regeln und eigene Eintrittssysteme. Wer beispielsweise von Murter über Levrnaka Richtung Telašćica fährt, bewegt sich während des Törns oft mehrfach zwischen beiden Gebieten.

Gerade Chartercrews unterschätzen das häufig. Nicht selten wird erst vor Ort klar, dass ein weiteres Ticket nötig ist oder bestimmte Buchten nur unter bestimmten Bedingungen genutzt werden dürfen.

Für die Törnplanung deutlich entspannter: Das Kombiticket für beide Parks gibt es direkt über mySea.

Ticketkontrolle im Nationalpark Kornaten
Ticketkontrolle im Nationalpark Kornaten: Wer sein Ticket vorab online kauft und den Bootsnamen hinterlegt, wird auf dem Wasser oft nur kurz überprüft, da die Ranger die registrierten Boote bereits im System sehen.

Ticketpreise 2026: Vorverkauf lohnt sich fast immer

Die Preise richten sich inzwischen überwiegend nach der Bootslänge und der Saison. Besonders bei größeren Charteryachten kann der Unterschied zwischen Vorverkauf und Kontrolle vor Ort erheblich sein.

Vorverkaufspreise Nationalpark Kornaten

BootslängeHauptsaison (Juni - September)Nebensaison (Oktober - Mai)
bis 7 m45,00 €25,00 €
7 m - 11 m65,00 €30,00 €
11 m - 18 m95,00 €50,00 €
18 m - 25 m160,00 €80,00 €
25 m - 35 m320,00 €175,00 €
35 m - 50 m640,00 €400,00 €
50 m - 75 m1.035,00 €690,00 €
75 m - 100 m1.725,00 €1.035,00 €

Stand 2026, Angaben ohne Gewähr. Der Kauf vor Ort kann deutlich teurer sein. Reines Durchfahren ohne Ankern, Baden oder Übernachten ist grundsätzlich weiterhin erlaubt. Gebühren entstehen erst, wenn man den Park tatsächlich nutzt.

Warum frühe Planung in den Kornaten inzwischen entscheidend ist

Die Kornaten wirken auf der Karte oft kleiner und einfacher als sie tatsächlich sind. Viele Crews planen zu lange Tagesetappen oder verlassen sich darauf, spontan eine freie Boje zu finden.

Besonders beliebte Buchten wie Vrulje, Opat, Levrnaka, Ravni Žakan oder Mir in Telašćica füllen sich an ruhigen Sommerabenden oft bereits am frühen Nachmittag. Wer erst gegen 17 oder 18 Uhr anläuft, muss häufig improvisieren.

In den Kornaten funktionieren kürzere Tagesdistanzen fast immer besser: lieber früher festmachen, Bora-Alternativen vorbereiten, nicht jeden Tag maximale Strecke fahren und Wasser sowie Vorräte vor dem Parkbesuch bunkern.

Reservierter Liegeplatz mit mySea-Hinweis in den Kornaten
Reservierter Liegeplatz in den Kornaten: Wer Bojen, Stege oder Restaurantplätze früh plant, vermeidet späte Suchfahrten und hält die Tagesetappen entspannter.

Gerade außerhalb der Hauptsaison, im Mai, Juni, September oder Oktober, zeigt das Gebiet oft seine schönste Seite. Es sind weniger Boote unterwegs, die Buchten wirken entspannter, die Temperaturen sind angenehmer und die Tickets sind günstiger.

Bojenfelder statt freiem Ankern

Die Zeiten des nahezu unbegrenzten freien Ankerns sind in den Kornaten weitgehend vorbei. In vielen Buchten gilt heute Bojenpflicht, Ankern ist nur in ausgewiesenen Bereichen möglich, zwischen Bojen sollte nicht geankert werden und Posidonia-Flächen sind tabu.

Das ist nicht nur eine formale Regel. Posidonia-Wiesen sind für das Revier ökologisch wichtig und regenerieren extrem langsam. Wer mit Anker und Kette darüber schwojt, hinterlässt Spuren, die viel länger bleiben als eine Törnwoche.

Telašćica: Einer der sichersten Naturhäfen der Adria

Viele Crews planen Telašćica nur als kurzen Zwischenstopp ein und bleiben am Ende deutlich länger. Wichtige Bojenfelder liegen unter anderem bei Mir, Tripuljak, Kruševica, Kučigelj, Magrovica, Podugopolje, Pasjak, Jaz, Buhaj und Pod Katina.

Die Bucht Mir gehört zu den beliebtesten Stopps im gesamten Park. Bei Bora zählt Telašćica weiterhin zu den sichersten Naturhäfen der kroatischen Adria. Genau deshalb lohnt es sich, die Ankunftszeit nicht zu spät zu wählen.

Kornaten: Konobas, kleine Buchten und kurze Distanzen

Viele Crews kombinieren die Tagesetappen mit kleinen Konobas direkt am Wasser. Nicht selten gehört zum Restaurant ein eigener Steg, ein kleines Bojenfeld oder eine geschützte Mole.

Einige Konobas helfen bei günstigeren Parktickets oder rechnen Gebühren teilweise mit Restaurantbesuchen an. Das ist nicht garantiert und funktioniert nicht überall. Viele erfahrene Skipper fragen aber gezielt vorher nach. In kleineren Konobas wird weiterhin häufig Bargeld bevorzugt.

Service in einer Konoba in den Kornaten
Konobas gehören für viele Crews zum Kornaten-Törn: Kleine Stege, einfache Küche und persönliche Gastfreundschaft machen manche Buchten zum festen Stopp auf der Route.

Marina Piškera als wichtiger Infrastrukturpunkt

Die Marina Piškera bleibt für viele Crews ein wichtiger Versorgungs- und Wetterstopp mitten im Nationalpark. Wer einen sicheren Liegeplatz mit Basisinfrastruktur sucht, findet in der ACI Marina Piškera die einzige Marina innerhalb des Nationalparks. Sie liegt zentral zwischen den Inseln und eignet sich gut als Zwischenstopp oder Ausgangspunkt für Tagestouren in die umliegenden Buchten.

Praktisch sind vor allem Wasser und Strom am Steg, Duschen und Sanitäranlagen sowie ein kleiner Versorgungsladen. Wasser und Strom stehen je nach Betriebsregelung nur zu bestimmten Zeiten zur Verfügung. Je nach aktueller Regelung kann das Nationalpark-Ticket teilweise bereits in der Liegegebühr enthalten sein.

Die wichtigste Regeländerung seit 2025: SSVO

Mit der neuen kroatischen Sportbootverordnung (SSVO) wurden viele bisher geduldete Verhaltensweisen offiziell eingeschränkt oder verboten. Besonders wichtig sind das Verbot, an Bäumen oder Felsen festzumachen, strengere Posidonia-Regeln, Mindestabstände zu Badezonen und insgesamt strengere Kontrollen.

Gerätetauchen ist im Nationalpark nur eingeschränkt erlaubt. Auch Angeln und Drohnenflüge unterliegen zusätzlichen Regeln oder Genehmigungen.

Warum die Kornaten trotzdem zu den schönsten Revieren Kroatiens gehören

Trotz aller Regeln bleibt das Gebiet für viele Crews ein absoluter Höhepunkt der kroatischen Adria. Die Mischung aus schroffen Inseln, engen Passagen, kristallklarem Wasser, kleinen Naturbuchten, ruhigen Nächten an Bojen und einfachen Konobas macht die Kornaten zu einem Revier, das sich völlig anders anfühlt als klassische Marina-Törns entlang der Küste.

Abendstimmung in den Kornaten
Abendstimmung in den Kornaten: Nach einem langen Segeltag einfach die Ruhe genießen - genau diese stillen Abende machen das Revier für viele Crews so besonders.

Wer beide Parks während des Törns besuchen möchte, sollte Tickets und Übernachtungsbuchten möglichst vor der Abfahrt planen. Über mySea findest du Informationen zu beiden Parks, das Kombiticket für Kornaten und Telašćica, Buchten und Bojenfelder, aktuelle Hinweise anderer Crews und praktische Infos für die Tagesplanung.

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